Sprachliches und Sprachwissenschaftliches von Hans-Georg Müller

Reduplikationen im Türkischen

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Reduplikationen im Türkischen - Morphophonologische Untersuchungen

Kurzbeschreibung

Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen die türkischen Intensiv-Adjektive (yeni - pyeni, mavi - smavi, sert - msert, temiz - rtemiz). Die Regeln ihrer Bildung waren bisher weitgehend unbekannt. Durch Anwendung morphophonologischer Analysemethoden konnten schließlich im Rahmen dieser Arbeit auf der Basis eines umfassenden Korpus die Bildungsregeln herausgefunden, beschrieben und erklärt werden. Ihnen liegt das Kontrastprinzip der Identitätsvermeidung zugrunde, d. h. die Bildung dieser emphatischen Adjektive beruht auf der Vorschaltung eines Morphems, das durch besondere Segmentierung - Reduplikation einer (Teil-)Silbe, die durch kontrastreiches Zusatzmaterial aus der Menge der Laute {p, s, m, r} geschlossen wird - und durch eine für das Türkische außergewöhnliche Akzentuierung - Betonung der ersten Silbe - jenen Signalcharakter erhält, der der beabsichtigten Wirkung der Emphase Rechnung trägt. Zum ersten Mal wird hier nach bestem Wissen des Verfassers "Kontrast" nicht nur qualitativ verstanden, sondern auf der Basis von Artikulationsort und -art auf quantitative Weise definiert und so objektiviert.

Um zusätzliche Evidenz für die gefundene Lösung dieses alten türkischen Problems zu bekommen, wurden 1. sämtliche Reduplikationsformen des Türkischen bestimmt, klassifiziert und zum Vergleich herangezogen, 2. umfangreiche Lautstatistiken erstellt, 3. zahlreiche synchrone und diachrone Untersuchungen angestellt und 4. ein Massentest mit türkischen Muttersprachlern zur Verifizierung der gefundenen Regeln durchgeführt. 

Schlagworte in Deutsch: Intensivadjektive, Reduplikation, Türkisch, Morphophonologie, Kontrast.

Abstract

This thesis deals first above all with the analysis of the Turkish emphatic adjectives (yeni - pyeni, mavi - smavi, sert - msert, temiz - rtemiz). Up to now only few rules have been known for the formation of such adjectives. Applying morphophonological methods based on an extensive corpus it was finally possible in the framework of this thesis to find out, to describe and to explain the rules of their formation. These rules are based on the contrast principle of identity avoidance, i. e. the formation of the emphatic adjectives consists in a heading morpheme that receives by a special segmentation - reduplication of a (part of a) syllable, closed by some contrastive material from the set of the sounds {p, s, m, r} - and by an accentuation normally strange for the Turks - stress on the first syllable - that signal character which takes into account the intended effect of emphasis. By the best knowledge of the author the notion of contrast is for the first time not only conceived in a qualitative way, but also defined in a quantitative way applying articulation place and manner and thus objectified.

To receive additional evidence for the revealed solution of this old Turkish problem some further investigations were carried out: firstly, the determination and the classification of all forms of reduplication in the Turkish language to compare them with the emphatic adjective reduplication, secondly, extensive sound statistics, thirdly, many synchronous and diachronous analyses, and fourthly, an extensive test with Turkish native speakers to verify the validity of the detected rules.

Keywords in English: emphatic adjectives, reduplication, Turkish, morphophonology, contrast.

Reduplikationen im Türkischen - Morphophonologische Untersuchungen, Turcologica Band 56, Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2004, 364 Seiten, gebunden, ISBN 3-447-05022-5.

Das Buch kann beim Verlag oder im Buchhandel bezogen werden.


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