Sprachliches und Sprachwissenschaftliches von Hans-Georg Müller

Japanisch - Koreanisch - Türkisch im sprachlichen Vergleich

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Japanisch - Koreanisch - Türkisch im sprachlichen Vergleich

Ziel der Monografie ist, die drei Sprachen Japanisch, Koreanisch und Türkisch miteinander zu vergleichen und damit u.U. einen Beitrag zu der von verschiedenen Seiten unterstützten These zu leisten, dass diese Sprachen miteinander genetisch verwandt sind und der Familie der Altaisprachen angehören. Der Name „altaische Sprachen“ basiert auf der Hypothese, dass die Urheimat der Vorfahren der mongolischen, türkischen und mandschurisch-tungusischen Völker die weite Steppenregion um das Altai-Gebirge in Zentralasien gewesen sein könnte. Inwieweit auch die koreanische und die japanische Sprache zur altaischen Familie gehören, ist umstritten, wenngleich viele Wissenschaftler, die sich mit dieser Problematik befasst haben, diese Zugehörigkeit bejahen. Ähnlichkeiten zwischen diesen Sprachen gibt es reichlich, aber reichen sie aus, die offene Frage zu klären? 

Die Vergleichende Sprachwissenschaft kennt eine Reihe Methoden, Fragen nach einer möglichen Verwandtschaft zwischen Sprachen nachzugehen. Eine Methode, die diachrone, besteht darin, die Sprachen in die Vergangenheit hinein zu verfolgen, aber sie stößt sehr schnell dort an ihre Grenzen, wo es keine schriftlichen Zeugnisse (mehr) gibt. Innere, d.h. sprachinterne Rekonstruktionen und äußere, d.h. sprachvergleichende Rekonstrukionen reichen auch nicht viel weiter, um möglichen Verwandtschaften auf den Grund zu gehen. Die vorliegende Arbeit geht mittels einer kontrastiven Analyse den synchronen Weg des Sprachvergleichs auf der Basis der heute gesprochenen Sprachen, eingedenk der Tatsache, dass der Laut- und Sprachwandel und die Vermischung der Sprachen z.B. durch Entlehnung eine schier unüberwindliche Hürde darstellt und dass außer den hier vor allem betrachteten Sprachen weitere Sprachen (und auch Dialekte) miteinzubeziehen wären., was an einigen Stellen durchaus versucht wird.

Die Analyse durchläuft die verschiedenen Teilgebiete der Sprachwissenschaft und zwar vor allem die Phonologie, Morphologie, Syntax und Lexik, sie macht an manchen Stellen durchaus auch Abstecher in die Historie und zeigt an zahlreichen Beispielen z.T. verblüffende Ähnlichkeiten auf. Die Sprachwissenschaftler sind sich einig darüber, dass die hier betrachteten Sprachen zumindest typologisch außerordentlich ähnlich sind, sie sind aber, was eine genealogische Verwandtschaft anlangt, zurückhaltend. Ein Nachweis oder Beweis für die Verwandtschaftsthese ist nicht erbracht. Der Verfasser ist dennoch davon überzeugt, mit seiner Darstellung einen relevanten Diskussionsbeitrag zur Klärung der in Frage gestellten genetischen Verwandtschaft der betrachteten Sprachen zu leisten. Um es mit Ritterschaftsrat von Briest in Fontanes Roman „Effi Briest“ auszudrücken: Die Frage letztendlich zu klären, „das ist ein zu weites Feld“. Nur: Muss man dann wirklich ganz darauf verzichten, es zu versuchen?

 

ISBN 978-3-7375-2683-8
Schlagworte: japanisch, koreanisch, türkisch, Sprachvergleich, Vergleichende Sprachwissenschaft, Linguistik, synchron, diachron
 
© 2015 Hans-Georg Müller
Druck und Verarbeitung: epubli GmbH, Berlin, www.epubli.de

 

Beispiel einer kontrastiven Analyse

Die Wortstellung im Koreanischen, Japanischen und Türkischen ist genau die gleiche. Das Verb steht am Ende (Position 6 im Satz). Im Deutschen gilt dagegen Verbzweitstellung (Position 2 im Satz).


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